Test: Polar S625X Laufcomputer

Mit der Bezeichnung Pulsuhr hat die Polar S625X nichts mehr am Hut. Laufcomputer schimpft sich das Ding. Da muss es wohl auf Linux basieren, denn die vielen Funktionen verstecken sich hinter komplizierten Befehlen.

INFO: Mittlerweile gibt es Nachfolgegeräte von Polar. Zum Beispiel die Polar RS 800. Alle neueren Pulsuhren finden Sie unter dem Stichwort Laufcomputer.

„Und wie schnell lauf’mer?“ fragt Laufleiter Roland beim Donnerstags Training spitz. Der Laufcomputer zeigt 10 Km/h an. „Des hab ich gewusst“ triumphiert Roland. „ICH hab das nämlich im Gefühl!“ Nun, ich nicht, daher die Polar.

Die S625X (Preis ca. 330 Euro) ist nicht gerade unauffällig. Schon als ich beim Lauftreff aufkreuzte, haben die Mitläufer die neue Technik an mir gesehen und sich auf mich eingschossen: „Des Ding musst bestimmt nach’m Satellit richten!“ frotzelt ein Kollege und zeigt auf den Bewegungs-Sensor auf meinem Schuh. Mitnichten muss der ausgerichtet werden. Polar verlässt sich dabei nämlich auf einen Trägheits-Sensor. Auffällig ist er, ein bißchen klobig wirkt er, ein seltsam zirpendes Geräusch macht er. Aber erstaunlicherweise stört der kleine Klotz gar nicht, sofern er richtig festgemacht wird. Das funktionierte leider nicht bei allen meinen Schuhen. Sind die Treter enger geschnürt, oder mit einem Triathlon-Schnellverschluss versehen, kann das Anbringen hakelig bis unmöglich werden.Der Hersteller garantieren auf den Trägheitssensor Mess-Abweichungen von maximal +/- 3 Prozent – wird das Gerät auf der Bahn noch geeicht, soll er 99 Prozent erreichen. Zumindest stimmt es ungefähr mit den Kilometer-Markierungen an der Isar überein. Für meine Zwecke allemal ausreichend. Eins noch: Der Kauf von Akkus für den Sensor lohnt sich. Bei intensivem Benutzen sind die mitgelieferten Batterien nach spätestens drei Monaten ausgelutscht.

Brustgurt und Uhr

Die S625X kommt mit einem – für mich – neuen Brustgurt. Der sieht nun nicht mehr aus wie ein Karbon-Bogen; bis auf den kleinen Sender in der Mitte ist der Gurt komplett textil und dementsprechend angenehmer zu tragen als der alte.

Die Uhr empfängt die Daten von Geschwindigkeits-Sensor und Pulsmesser – auf dem Display stellt sie dann drei Angaben gleichzeitig an. Zuerst sehr gewöhnungbedürftig, vor allem im dunkeln. Bis man sich auf der Anzeige orientiert hat, ist das Licht schon wieder aus. Nach ein paar Tagen klappt aber auch das.

Für die komplette Bedienung liegt dem Paket ein 120 Seiten starkes Heftchen bei – komplett in Deutsch. Gut gemeint, doch mir zuviel Input. Ich möchte leicht verständliche Menüs; und zumindest für die Funktion den Geschwindigkeits-Messer abzustellen muss ich viel zu lange Suchen. Schließlich benutze ich den Pulsmesser auch auf dem Rad; wird der Trägheits-Sensor dabei nicht abgestellt, streikt die Uhr. Dafür bringt die Polar sogar einen eigenen Bike-Trainingsmodus mit. Allerdings nutzt der einem wenig ohne das Rad-Zusatzteil, die nochmal mit mindestens 50 Euro zu buche schlagen.

Trainings-Funktionen

Bis zu 99 Dateien speichert die Uhr, komplett mit Herzfrequenz-Verlauf, Geschwindigkeit, Höhenmessung und mehr. Dabei kann man verschiedene Trainings-Stufen vorgeben, also Grundlagen-Ausdauer bis hin zum Intervall-Training definieren. Die gespeicherten Daten lassen sich auf einen PC überspielen – dazu braucht man allerdings wiederum das Infrarot Interface für 40 Euro. Dann kann ich mir auf dem Rechner den genauen Verlauf als Diagramm ansehen und so das Training Revue passieren lassen. Zumindest die Funktion hat mich auf Anhieb süchtig gemacht.

Fazit:Zwar ist die Polar S625X für meine Art Training fast schon überladen (ich nutze bei weitem nicht alle Funktionen), dennoch mag ich die Uhr mittlerweile nicht mehr missen. Eins steht aber fest: Laufen muss ich immer noch selber.

7 Antworten zu “Test: Polar S625X Laufcomputer”

  1. Stephan

    Nachtrag zum Laufcomputer Polar

    Nachdem ich den Laufcomputer nun schon einige Zeit intensiv benutze, muss ich feststellen, dass die rote Starttaste immer schlechter funktioniert. Das ärgert ziemlich. Ähnliches bei der Starttaste für den Fußsensor. Auch hier knubbel ich immer heftig rum, bevor das Ding an oder aus geht.
    Ärgerlich für Triathleten: Das lästige umstellen zwischen den Sensoren – etwa wenn ich damit auf dem Rad sitze, moniert die hr recht scnell, dass der Laufsensor nichts sagt (logisch). Dann muss ich erst wieder in den Optionen umständlich rumfummeln…

  2. michael

    sx 625

    mit der Taste am Fuss ist das so ding, lange drücken bis die LED leuchtet, bzw.lange drücken bis LED ausgeht. Ich taste so 2 sec und habe keine probleme. PS: für diejenigen die keine IR Schnittstelle haben: für ein paar euros gbt es einen Bausatz, mal googlen

  3. Stephan

    Taste am Fuß

    Hi, danke, aber ich weiß schon, wie lange man sie drücken muss :o) Mit der Zeit geht sie einfach nur sehr schwer.
    Kannst Du genauer sagen, welchen Bausatz Du verwendest?

  4. Stephan

    Weiteres zur Polar S625X

    Heute habe ich mich beim Schwimmen wirklich geärgert. Mittlerweile muss sich immer erst vergewissern, ob die Zeit auch WIRKLICH läuft. Eigentlich muss man jede Taste mitlerweile mehrmals drücken.
    Zweites Ärgernis: Das Armband. Das mitgelieferte Gummi-Band jedenfalls nervt gewaltig. Der Ring zum Festhalten des überstehenden Bandes rutsch immer zur Schnalle, so dass das BAnd im Wasser frei flattert. Störend, irritierend und unnötiger Wasserwiderstand. Wie man sieht: Es sind die Kleinigkeiten, die nerven…

  5. andre

    …“Störend, irritierend und unnötiger Wasserwiderstand.“..

    Ich lach mich schlapp– das macht sicher ein paar 1000stel
    sekunden aus 😉

  6. Stephan

    Wasserwiderstand

    „Ich lach mich schlapp– das macht sicher ein paar 1000stel
    sekunden aus ;-)“

    Die Zeit ist mir doch wurscht, aber es nervt einfach tierisch… ganz subjektiv.

  7. andre

    Nichts für ungut… ich habs nicht so gemeint 😉 …nerven würde es mich natürlich auch.

    gruss,
    Andre

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