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Tipps für das Training im Freiwasser

Mit Neopren, leuchtend farbiger Schwimmhaube und Schwimmbrille bewaffnet, stehen Sie nun ratlos am Ufer des Sees. Es fehlen die gewohnten Bahnen! Wie bauen Sie ein sinnvolles Training im Freiwasser auf?



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Erstmal: Sicherheit geht vor. Falls Sie das erste Mal im Freiwasser trainieren, schwimmen Sie in einem bekannten Gewässer, wo Sie Einstieg, Ausstieg, Bodenverhältnisse dort, Strömungen, Landmarken, Fauna und Flora einigermaßen kennen. Andernfalls sollten Sie sich erst damit bekannt machen, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen.

Nehmen Sie einen Trainingspartner mit – denn zu zweit macht das ganze mehr Spaß - oder organisieren Sie sich zumindest jemanden, der Sie – aus Sicherheitsgründen - vom Land aus beobachten kann.

Gefühl für den Neo bekommen: Immer nur im Schwimmbad gekrault? Der Neopren-Anzug wird Ihnen zunächst fremd vorkommen. Kreisen Sie die Arme – einarmig und beidarmig: vorwärts, rückwärts, gegenläufig – um ein Gefühl für die Bewegungsfreiheit im Neo-Schwimmanzug zu bekommen und die Schultern und Arme etwas zu lockern.

Orientierung lernen: Als erstes gehen Sie ins Wasser und gewöhnen Ihren Körper an die ungewohnt kalte Wassertemperatur. Plantschen Sie ein wenig im seichteren Wasser bis sich die Wasserschicht zwischen Neopren und Haut einigermaßen erwärmt hat. Dann suchen Sie sich eine Landmarke (abhängig von der Größe des Freiwassers) am anderen Ufer und schwimmen los. Achten Sie auch hier auf die maximale Streckung bei jedem Zug. Nach jedem fünften Armzug (kann auch jeder vierte bis sechste sein) machen Sie einen Wasserballkraularmzug zur Orientierung, ob Sie immer noch die direkte Verbindungslinie zu Ihrer Landmarke einhalten und schwimmen die nächsten drei bis fünf Armzüge. Sie werden vermutlich sehr erstaunt sein, wie schnell Sie vom Weg abkommen, besonders wenn Sie sich nur alle 10 bis 20 Armzüge orientieren.

Nacken schonen: Versuchen Sie auf beiden Seiten zu atmen. Wenn Ihnen der 3er- oder 5er-Armzug partout nicht liegt, atmen Sie abwechselnd für 10 bis 20 Armzüge zu jeweils einer Seite und wechseln dann die Seiten. Die Schulter und der Nacken Ihrer starken Seite werden es Ihnen mit geringeren Verspannungen und Schmerzen danken.

Angst abbauen: Für diejenigen unter Ihnen, die panische Angst vor Wasserpflanzen, Fischen und sonstiger Flora und Fauna innerhalb des Wassers entwickelt haben: Nessy befindet sich in Schottland. Und der Weiße Hai fühlt sich allenfalls in Salzwasser wohl. Schlingpflanzen wollen Sie nicht auf den Grund ziehen. Sehen Sie sich an, was Ihnen Angst macht. Wenn möglich: Fassen Sie es an. Riechen Sie daran. Lernen Sie es kennen und machen Sie sich damit – emotional und rational - vertraut, damit Sie Ihre Angst davor verlieren. Fische etwa – auch die größeren Exemplare in Süßwassergewässern – haben mehr Angst vor uns Menschen als umgekehrt. Spielen Sie im Wasser. Lassen Sie sich treiben. Legen Sie sich auf den Rücken. Auf den Bauch. Betrachten Sie den Grund. Schlamm und Wasserpflanzen sind selten lebensbedrohlich, auch wenn Sie ungewohnt aussehen.

Schwimmen Sie zusätzlich mit Brett und Flossen – die Ihnen noch mehr Sicherheit geben - und erkunden Sie den See in dem Sie schwimmen wollen.

Lernen Sie Vertrauen in Ihre in Umgebung und in Ihre eigenen (Schwimm-)Fähigkeiten zu haben. Versuchen Sie die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu geraten. Mit einem Neopren-Anzug können Sie nicht ertrinken. Sollten Sie trotzdem in Panik geraten, drehen Sie sich auf den Rücken, lassen Sie sich treiben – der Neo hält Sie an der Wasseroberfläche – und beruhigen Sie sich, bevor Sie weiter schwimmen.

Schwimmen mit Partnern: Erfinden Sie Spiele, die Sie etwas von der ungewohnten Umgebung ablenken: Wenn Sie mit Trainingspartner schwimmen, kraulen sie nebeneinander, atmen Sie zueinander und klatschen Sie sich beim Schwimmen mit dem inneren Arm ab.

Mögliche Übungen:

  • Schwimmen Sie hintereinander und berühren Sie sich an den Füßen.
  • Fassen Sie sich an den Füßen.
  • Überholen Sie sich gegenseitig.
  • Schwimmen Sie über die Füße des anderen und wechseln Sie die Seiten.
  • Schwimmen Sie nebeneinander und berühren Sie sich an den Schultern. Versuchen Sie sich abzudrängen. Freundschaftlich!
  • Rangeln Sie etwas mit Ihrem Trainingspartner. Halten Sie sich gegenseitig fest und versuchen Sie freizukommen – bitte ohne sich gegenseitig zu verletzen! Keine Schlägereien! Aber bereiten Sie sich so weit wie möglich auch auf unfaires Verhalten von Athleten während des Wettkampfes vor.
  • Schwimmen Sie im Wasserschatten ohne die Füße des anderen zu berühren. Im Wettkampf wird Ihr Konkurrent sonst nach Ihnen treten.
  • Schwimmen Sie neben der Hüfte des Trainingspartners.
  • Veranstalten Sie kleine Sprints gegeneinander für ca. 10 Armzüge
  • Veranstalten Sie Fahrtlek/Fahrtspiel im Wasser: 5 Armzüge schnell – 20 Armzüge langsam – 5 Armzüge Wasserballkraul – 20 Armzüge schnell – 10 Armzüge langsam etc. Oder etwas Ähnliches mit Landmarken, um gleichzeitig die Orientierung zu üben.
  • Wenn Sie einen Krampf bekommen, versuchen Sie weiterzuschwimmen und die Muskulatur während des Schwimmens zu lockern - im Wettkampf sollten Sie ebenfalls weiterschwimmen.
  • Wenn Sie Wasser schlucken und einen Hustenanfall bekommen, versuchen Sie unter Wasser auszuhusten und weiterzuschwimmen. Wenn es ein kleiner Anfall ist, geht das. Bei einem größeren Hustenanfall drehen Sie sich auf den Rücken und versuchen Sie Ihre Atemwege freizubekommen und sich zu beruhigen, bevor Sie weiterschwimmen.

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ND schrieb am May 29, 2008

Das kann verschiedene Ursachen haben: Der Bewegungsablauf ist im Neo immer ein bisschen anders. => Gewöhnung. Du atmest unter Wasser nicht richtig aus. => langsam und regelmäßig unter Wasser ausatmen. Du versuchst zu schnell zu schwimmen. => erst mal locker schwimmen. Lange Gleitzüge. Du schwimmst zu lange Distanzen. => erst mal meherer kürzere Strecken mit Pausen dazwischen schwimmen. Viel Erfolg.


Nadine schrieb am May 29, 2008

Danke fuer die Tipps. Ich war jetzt erst zweimal im See und beide Male waren die Arme sehr schnell muede und schmerzten. Kam leider nicht so weit wie im Schwimmbad (bin noch Anfaenger und trainiere auf Sprintdistanz). Woran kann das liegen? Mein Neo ist gut und sollte genuegend Armfreiheit geben. Danke, Nadine

 
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