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Seeschwimmen

Tipps für das Training im Freiwasser

Mit Neopren und leuchtend farbiger Schwimmhaube bewaffnet, stehst Du nun ratlos am Ufer des Sees? So baust Du ein sinnvolles Training im Freiwasser auf

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: - (Foto: Triathlon-Tipps.de)

Erstmal: Sicherheit geht vor. Falls Du das erste Mal im Freiwasser trainierst, schwimmst Du in einem bekannten Gewässer, wo Du Einstieg, Ausstieg, Bodenverhältnisse dort, Strömungen, Landmarken, Fauna und Flora einigermaßen kennst. Andernfalls solltest Du Dich erst damit bekannt machen, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen.

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Nimm einen Trainingspartner mit – denn zu zweit macht das Ganze mehr Spaß – oder organisiere Dich zumindest jemanden, der Dich – aus Sicherheitsgründen – vom Land aus beobachtet.

Gefühl für den Neo bekommen

Immer nur im Schwimmbad gekrault? Der Neopren-Anzug wird Dir zunächst fremd vorkommen. Lass Deine Arme kreisen – einarmig und beidarmig: vorwärts, rückwärts, gegenläufig – um ein Gefühl für die Bewegungsfreiheit im Neo-Schwimmanzug zu bekommen und die Schultern und Arme etwas zu lockern.

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Orientierung lernen

Als erstes gehst Du ins Wasser und gewöhnst Deinen Körper an die ungewohnt kalte Wassertemperatur. Plantsche ein wenig im seichteren Wasser bis sich die Wasserschicht zwischen Neopren und Haut einigermaßen erwärmt hat. Dann suchst Du Dir eine Landmarke (abhängig von der Größe des Freiwassers) am anderen Ufer und schwimmst los. Achte auch hier auf die maximale Streckung bei jedem Zug. Nach jedem fünften Armzug (kann auch jeder vierte bis sechste sein) machst Du einen Wasserballkraularmzug zur Orientierung, ob Du immer noch die direkte Verbindungslinie zu Ihrer Landmarke einhaltst und schwimmst die nächsten drei bis fünf Armzüge. Du wirst vermutlich sehr erstaunt sein, wie schnell Du vom Weg abkommst, besonders wenn Du Dich nur alle 10 bis 20 Armzüge orientierst.

Nacken schonen

Versuche auf beiden Seiten zu atmen. Wenn Dir der 3er- oder 5er-Armzug partout nicht liegt, atme abwechselnd für 10 bis 20 Armzüge zu jeweils einer Seite und wechsle dann die Seiten. Die Schulter und der Nacken Deiner starken Seite wird es Dir mit geringeren Verspannungen und Schmerzen danken.

Angst abbauen

Für diejenigen, die panische Angst vor Wasserpflanzen, Fischen und sonstiger Flora und Fauna innerhalb des Wassers entwickelt haben: Nessy befindet sich in Schottland. Und der Weiße Hai fühlt sich allenfalls in Salzwasser wohl. Schlingpflanzen wollen Dich nicht auf den Grund ziehen. Sieh Dir an, was Dir Angst macht. Wenn möglich: Fasse es sogar an. Rieche daran. Lerne es kennen und mache Dich damit – emotional und rational – vertraut, damit Du die Angst davor verlierst. Fische etwa – auch die größeren Exemplare in Süßwassergewässern – haben mehr Angst vor uns Menschen als umgekehrt. Spiele im Wasser. Lass Dich treiben. Leg Dich auf den Rücken. Auf den Bauch. Betrachten den Grund. Schlamm und Wasserpflanzen sind selten lebensbedrohlich, auch wenn sie ungewohnt aussehen.

Schwimm zusätzlich mit Brett und Flossen – die Dir noch mehr Sicherheit geben – und erkunde den See in dem Du schwimmen willst.

Lerne Vertrauen in Deine in Umgebung und in Deine eigenen (Schwimm-)Fähigkeiten zu haben. Versuche die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu geraten. Mit einem Neopren-Anzug kannst Du nicht ertrinken. Solltest Du trotzdem in Panik geraten, drehen Dich auf den Rücken, lass Dich treiben – der Neo hält Dich an der Wasseroberfläche – und beruhige Dich, bevor Du weiter schwimmst.

Schwimmen mit Partnern

Erfinde Spiele, die dich etwas von der ungewohnten Umgebung ablenken: Wenn Du mit Trainingspartner schwimmst, krault nebeneinander, atmet zueinander und klatscht Euch beim Schwimmen mit dem inneren Arm ab.

Mögliche Übungen:

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  • Schwimm hintereinander und berührt Euch an den Füßen.
  • Fasst Euch an den Füßen und schwimmt als Kette.
  • Überholt Euch gegenseitig.
  • Schwimmt über die Füße des anderen und wechselt die Seiten.
  • Schwimmt nebeneinander und berührt Euch an den Schultern. Versucht Euch abzudrängen. Freundschaftlich!
  • Rangel etwas mit Deinem Trainingspartner. Haltet Euch gegenseitig fest und versucht freizukommen – bitte ohne Euch gegenseitig zu verletzen! Keine Schlägereien! Aber bereitet Euch so weit wie möglich auch auf unfaires Verhalten von Athleten während des Wettkampfes vor.
  • Schwimm im Wasserschatten ohne die Füße des Anderen zu berühren. Im Wettkampf wird Dein Konkurrent sonst nach Dir treten.
  • Schwimm neben der Hüfte des Trainingspartners.
  • Veranstaltet kleine Sprints gegeneinander für etwa zehn Armzüge
  • Veranstaltet Fahrtlek/Fahrtspiel im Wasser: 5 Armzüge schnell – 20 Armzüge langsam – 5 Armzüge Wasserballkraul – 20 Armzüge schnell – 10 Armzüge langsam undso weiter. Oder etwas Ähnliches mit Landmarken, um gleichzeitig die Orientierung zu üben.
  • Wenn Du einen Krampf bekommst, versuche weiterzuschwimmen und die Muskulatur während des Schwimmens zu lockern – im Wettkampf solltest Du ebenfalls weiterschwimmen.
  • Wenn Du Wasser schluckst und einen Hustenanfall bekommst, versuche unter Wasser auszuhusten und weiterzuschwimmen. Wenn es ein kleiner Anfall ist, geht das. Bei einem größeren Hustenanfall drehst Du Dich auf den Rücken und versucht die Atemwege freizubekommen und Dich zu beruhigen, bevor Du weiterschwimmst.

3 Antworten zu “Tipps für das Training im Freiwasser”

  1. Nadine

    Danke fuer die Tipps. Ich war jetzt erst zweimal im See und beide Male waren die Arme sehr schnell muede und schmerzten. Kam leider nicht so weit wie im Schwimmbad (bin noch Anfaenger und trainiere auf Sprintdistanz). Woran kann das liegen? Mein Neo ist gut und sollte genuegend Armfreiheit geben. Danke, Nadine

  2. ND

    Das kann verschiedene Ursachen haben: Der Bewegungsablauf ist im Neo immer ein bisschen anders. => Gewöhnung. Du atmest unter Wasser nicht richtig aus. => langsam und regelmäßig unter Wasser ausatmen. Du versuchst zu schnell zu schwimmen. => erst mal locker schwimmen. Lange Gleitzüge. Du schwimmst zu lange Distanzen. => erst mal meherer kürzere Strecken mit Pausen dazwischen schwimmen. Viel Erfolg.

  3. Sabrina

    Hallo zusammen, ich bin Triathlon-Anfängerin und starte diesen Samstag einen Mini-Triathlon mit 750m Schwimmen im See (26km Rad, 5km Laufen). Ich habe einen Triathlon-Anzug, aber keinen Neopren. Die Wettervorhersage für Samstag ist nicht gut – das Wasser wird ca. 13°C haben (See). Frage: kann ich trotzdem dies Strecke von 750m nur im Triathlonanzug (kurze Beine, Träger oben) gut meistern, ohne toal unterkühlt zu sein oder wird es schon gefährlich? Ich rechne mit max. 15′ im Wasser…Danke für Eure Tipps! lg Sabrina

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