Richtig Trainieren mit Hunden
- Von Martin Goldmann
- am December 3, 2010
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Laufen und Hunde? Das endet meist in langen Texten über böse Hunde, gute Läufer und böse Läufer, gute Hunde. Hier eine andere Variante: Hunde als Trainingspartner auch für sportlich Ambitionierte.
Das Laufen mit Hunden macht eine Menge Spaß. Und es bringt frischen Wind ins Training. Hunde halten sich nicht an Pulsgrenzen und wenn Sie Ihrem vierbeinigen Liebling einmal ein steiles Berganstück hinterher gehetzt sind, kommen Sie Ihrem Maximal-Puls endlich mal wieder richtig nahe.
Wie Sie einen Lauf mit Ihrem Hund oder Ihren Hunden gestalten, hängt ganz von ihnen ab. Sie können mit dem Tier spielerisch über Wiesen flitzen oder einen gediegenen Langlauf absolvieren. Dennoch sollten Sie immer damit rechnen, dass Sie den Lauf unterbrechen müssen. Sei es, um das Tier anzuleinen, wieder abzuleinen oder um dem Tierchen ein wenig beim Spielen mit Artgenossen zuzusehen.
Wie der Lauf aussieht, hängt auch vom Temperament der Tiere ab: Phlegmatische Hunde werden neben Ihnen hertrotten, quirlige Hunde drehen Kreise um Sie herum und verschwinden gerne auch einmal abseits der Piste. In jedem Fall sollten Sie die Hunde im Auge behalten.
Die wichtigste Regel: Stellen Sie sich auf Ihren Hund ein. Schließlich wollen beide ihren Spaß haben.
Die ersten Läufe
Nehmen Sie sich für die ersten Läufe mit dem Hund nicht zu viel vor. Wenn Sie möchten, absolvieren Sie erst einmal Ihre reguläre Trainingseinheit und holen Sie Ihren Hund dann zum Auslaufen daheim ab.
Die ersten Läufe sollten Sie möglichst in einer ruhigen Gegend absolvieren, in der Sie den Hund von der Leine lassen können.
Bevor Sie durchstarten, geben Sie dem Hund die Gelegenheit sich zu lösen, sprich sein Geschäft zu erledigen. Falls nötig entsorgen Sie die Hinterlassenschaften. Dann kann es los gehen.
Wenn möglich, leinen Sie den Hund ab und laufen Sie los. In den meisten Fällen wird der Hund relativ schnell hinterher kommen. Loben Sie das Tier, wenn es zu Ihnen aufschließt. Ein wenig übertrieben zur Schau gestellte Freude kann nicht schaden. Der Hund lernt dann, dass Sie gerade etwas wirklich tolles gemeinsam unternehmen.
Falls der Hund nicht sofort hinterher kommt, helfen ein paar Leckerli, das Tier zu motivieren. Immer wenn es zu Ihnen aufschließt, gibt es eine kleine Belohnung. Haben Sie Geduld. Den ersten Lauf können Sie ruhig schon nach zehn Minuten beenden.
Hunde müssen auch trainieren
Auch Hunde brauchen Training. Aus dem schläfrigen, leicht übergewichtigen Sofahund wird nicht von einem Tag auf den anderen die Sportskanone. Fangen Sie also langsam an und beobachten Sie Ihren Hund gut bei den Trainingseinheiten.
Bei älteren oder übergewichtigen Tieren sollten Sie vor dem ersten Start mit dem Tierarzt reden. Wichtig ist, dass die Gelenke und der Kreislauf in Ordnung sind.
Mit der Zeit können Sie die Läufe steigern. Zehn bis fünfzehn Kilometer sind für einen gesunden Hund in der Regel kein Problem.
Die richtigen Wege wählen
Probleme für die Hunde kann es abhängig vom Untergrund geben. In hügeligem Gelände auf steinigen Wegen passiert es leicht, dass sich die Hunde Blasen laufen. Dann heißt es: Trainingsstopp und die Pfoten versorgen.
Besser für Hunde sind weiche Wald- und Wiesenwege. Auch asphaltierte, ebene Strecken oder Feldwege sollten kein Problem sein. Auch hier gilt: Langsam die Umfänge steigern und regelmäßig Pfoten kontrollieren.
Achten Sie darauf, dass es an der Laufstrecke genügend Wasser gibt. Besonders an warmen Tagen lieben es viele Hunde, sich schnell einmal im Fluss oder See abzukühlen. Außerdem ist es wichtig, dass es genug Wasser zu saufen gibt.
Falls kein Wasser in der Nähe ist, können Sie Ihrem Hund natürlich auch Wasser aus Ihrem Vorrat geben - verwenden Sie hierfür einen faltbaren Wassernapf, den es für wenig Geld im Fachhandel gibt.
Leine ist wichtig
Nehmen Sie auf jeden Fall beim Laufen eine Leine mit. Denn wenn Sie anderen Hunden begegnen, die ebenfalls angeleint sind, sollten Sie Ihr Tier auch anleinen. Außerdem ist es bei Läufen entlang von Straßen sicherer. Und natürlich gibt es in vielen Parks auch noch Leinenpflicht, die man besser befolgt, um sich langwierige Diskussionen mit Passanten und Ordnungshütern zu ersparen.
Im Normalfall genügt eine ganz normale Hundeleine. Während der Hund abgeleint ist, binden Sie sich die Leine einfach wie eine Schärpe über Schulter und Oberkörper.
Alternativ gibt es spezielle Leinen für Läufer: Die befestigen Sie an der Hüfte. Der Vorteil: Sie haben beide Hände frei beim Laufen. Das ist über längere Strecken angenehmer.
Was die Hunde können sollten
Für einen harmonischen Lauf sollte der Hund über Grundgehorsam verfügen. Das Abrufen darf kein Problem sein. Außerdem hilft es, wenn der Hund lernt, an Ihrer Seite zu laufen. Besonders bei Begegnungen mit anderen Hunden oder mit Menschen ist es angenehm, wenn der Hund brav an Ihrer rechten Seite läuft. So haben Sie die beste Kontrolle über das Tier.
Bei jungen oder etwas wilderen Hunden kommt es vor, dass sie unbedingt zu jedem anderen Hund hin wollen. Das kann unangenehme Folgen haben, wenn der Hund plötzlich Ihre Bahn kreuzt. Ein Sturz kann die Folge sein. Falls der Hund unvermittelt Ihren Weg kreuzt, sollten Sie ihm sofort klar machen, dass Sie so ein Verhalten nicht akzeptieren.
Generell sollten sich die Hunde nicht direkt vor Ihren Füßen bewegen. Dabei können sich sowohl Sie wie auch Ihr Hund böse verletzen. Falls der Hund ihnen im Weg steht, verlangsamen Sie das Lauftempo und berühren den Hund vorsichtig mit dem Fuß. Die Berührung reicht, und der Hund lernt, dass er Ihnen im Weg steht.
Eventuell hilft es auch, einmal mit dem Fuß hinter dem Hund aufzustampfen oder einfach ein klares Kommando "weg" zu geben. Aber Achtung: Bei den ersten Malen wird sich der Hund zu Ihnen umdrehen und langsamer werden, bis er begreift, dass er aus dem Weg soll. Deswegen: bremsen auch Sie vorerst ab.
Das Laufen mit einem oder mehreren Hunden bringt viel Abwechslung in Ihr Training und macht Ihrem Hund und Ihnen viel Freude. Wichtig ist: Stellen Sie sich aufeinander ein, verlangen Sie am Anfang nicht zu viel und gestalten Sie jeden Lauf so, dass Ihr Hund und Sie dabei Spaß haben.
Autor Martin Goldmann läuft regelmäßig mit seinen zwei Dalmatinerhündinnen und veröffentlicht Wissenswertes zu Hunden auf der Webseite Tipps zum Hund.
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