Return of Invest im Triathlon

Was Triathleten wirklich schnell macht

Konzentrieren wir Sportler uns wirklich auf das Wichtige und Richtige? Die unbequeme Wahrheit über Tempo und persönliche Bestzeit

Tempo
Tempo: 40 Meilen pro Stunde - ein interessantes Ziel - (Foto: By U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 1st Class Michael Moriatis [Public domain], via Wikimedia Commons)

In der Business-Welt gibt ein Maß für Erfolg: Der Return of Invest, kurz ROI. Er legt fest, wie viel man durch eingesetzte Mittel (meist Geld) gewinnt. Stimmt der ROI nicht, passt man sein Vorgehen entsprechend an.

Man kann sagen: ROI hilft dabei eine gesunde Einschätzung seines Tuns zu erhalten.

Return of Invest im Triathlon

Auf uns Triathleten übertragen, könnte der ROI folgende Fragen aufwerfen:

  • Was ist mir beim Sport wichtig?
  • Was setze ich dafür ein?
  • Erhalte ich dafür das, was mir wichtig ist?

Für alle die, die nun auf der Jagd nach der Bestzeit sind, verfolgen wir den Gedanken des Return of Invest hier einmal weiter, anhand der Faktoren, die einen Triathleten schneller machen:

Grafik: Was Triathleten schnell macht

1. Talent

Nur einer von Tausend Menschen hat das Talent um einen olympischen Sieg zu erringen. Talent ist der limitierende Faktor Nummer eins bei allem, was wir im Bereich Sport tun. Wer also nach dem Podium eines Wettbewerbs schielt, der muss das entsprechende Talent besitzen.

Das Schöne für alle Hobbyathleten: Talent ist für uns dann nicht relevant, wenn wir die persönliche Bestzeit jagen. Das Talentgefälle zwischen einzelnen Athleten ist für uns irrelevant. Wir haben es ja immer mit der gleich talentierten Person zu tun: uns

Für den Return of Invest ist das Talent also nicht wichtig …

2. Training

Durchaus relevant ist aber das Training. Um es klar zu sagen: Das Training ist der eine wirklich große Hebel, den wir Triathleten alle besitzen.

Meine These: Die meisten Triathleten im Hobby-Bereich nutzen den Faktor Training so gut wie gar nicht.

Wie komm ich nun auf eine solche Aussage? Nun, ein sinnvolles Training folgt einem ausgeklügelten Plan. Einem Plan, der auf die Defizite, die Voraussetzungen und das Umfeld des einzelnen Triathleten reagiert.

Wer über einige Jahre hinweg seine persönliche Bestzeit steigern möchte, der kommt um einen sinnvollen, abgestimmten und persönlichen Trainingsplan nicht herum. Ohne ihn wird der Athlet bestenfalls stagnieren, schlimmstenfalls seinem Körper schaden.

Fakt ist: Die wenigsten Triathleten leisten sich einen solchen Plan. Hier fehlt angemessener Invest. Ergo bei vielen kein „Return“, kein Gewinn.

3. Psyche

Wenn das Training stimmt und die Tagesform, dann heißt das noch lange nicht, dass man das optimal in Tempo umsetzen kann. Dazu muss die Psyche noch mitspielen. Sie ist entscheidend dafür, dass man sich entsprechend quält.

Die Psyche kann man durch Mentaltraining schulen. Es gibt entsprechende Bücher oder Seminare. Der Invest, den man hier leisten kann, ist relativ gering, kann aber den entscheidenden Effekt haben.

4. Material

Zeitfahrrad, Neoprenanzug, Wettkampfschuhe – diese Ausrüstungsgegenstände lassen den Triathleten das letzte Quäntchen an Leistung herausholen. Aber eben nur das letzte Quäntchen. Dagegen steht ein oft übermäßiger Invest.

Neues Rennrad 2.000 Euro, teurer Neo 500 Euro, Kompressionssocken 50 Euro … hier sitzt das Geld bei uns Triathleten locker.

Doch wenn wir hier die Zeiten ansehen, stellen wir fest: Hoher Invest, wenig Gewinn.

Eines möchte ich dabei nicht verschweigen: Das Material kann durchaus auch Einfluss auf die Psyche haben. Wer glaubt, dass ihn das Rad schneller macht, der wird vermutlich auch schneller. Stichwort: Placebo-Effekt.

Fazit: Schieflage beim Invest

Der größte Hebel, den wir Triathleten besitzen, ist das Training. Die meisten Ausgaben tätigen wir jedoch beim Material. Vielleicht ist es Zeit hier umzudenken. Was meint Ihr?

2 Antworten zu “Was Triathleten wirklich schnell macht”

  1. hollehansen

    Mir macht mein Hobby vor allem Spaß. Das kann sein andere im Wettkampf überholen
    auf dem Treppchen stehen das Salz riechen bei 30 Grad (vermisse ich zur Zeit leider)
    einfach nur schnell aussehen (und gar nicht schnell sein) das neue Material genießen …

    Du siehst schon nicht nur die Bestzeit ist ein Gewinn.

  2. Lisa99

    Mir macht auch mein Hobby Spaß, aber ich möchte immer mehr schaffen. Jetzt bin ich auch glücklich, wenn ich den vierten Platz habe, nicht den dritten, denn ich muss nur ankommen und an mich glauben!

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