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Studien

Vorfußlauf – kein Grund zum Umstellen?

Einige verfechten den Vorfußlauf, andere sagen: Fersenlauf schadet nicht. Die Wissenschaft geht der Sache auf den Grund und findet ständig Neues zum Laufstil.

Dieses Mal sind es gleich zwei Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen, womit der Läufer als erstes aufkommt und welche Auswirkungen das hat. Denn das zum Beispiel nicht jeder Profi oder erfolgreiche Marthonläufer auf dem Vorfuß daher kommt, hat ja schon diese Untersuchung beim Boston Marathon gezeigt.

Studie 1: Ändert man die Technik automatisch, wenn man schneller wird?

Die Frage, ob sich der Fußaufsatz mit höherem Tempo ganz von selbst ändert, befassten sich Wissenschaftler Breine, Bastiaan und andere. Sie ließen Ausdauerathleten in vier unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine Fußabdruck-Platte laufen. So konnten sie also sehen, ob und wie sich das Aufkommen des Sohle mit dem Tempo veränderte. 80 Prozent der Läufer starteten dabei mit einem Fersenaufsatz.

Das Ergebnis: 45 Prozent der Läufer verlagerten den Fußabdruck mit höherem Tempo nach vorne – sprich hin zum Vorderfußaufsatz. 52 Prozent blieben bei ihrem ursprünglichen Aufsatz.

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Damit weist die Studie im Prinzip nur nach, dass es bei vielen eine Veränderung des Fußaufsatzes mit dem Tempo gibt, aber eben nicht automatisch bei allen. Man muss schon etwas tun, wenn man vom Fersenaufsatz weg will.

Doch sollte man das überhaupt? Gibt es wirklich Vorteile? Damit beschäftigte sich die zweite Studie.

Studie 2: Was ändert sich, wenn ich meinen Fußaufsatz umstelle?

Dazu haben Wissenschaftler wiederum eine Gruppe von Läufern auf das Laufband gestellt. Dabei maßen sie die Kräfte, die an den Gelenken der Probanden auftraten. Gemessen wurde am Sprungelenk, Knie und der Hüfte.

Die Studie stellte fest, dass bei denen, die schon gewohnt waren Vorfuß oder Ferse zu laufen, die negativen Kräfte insgesamt gleich waren. Allerdings gab es mehr Belastung auf dem Knie bei Fersenläufern und mehr auf dem Sprunggelenk bei Vorfußläufern.

Als nächstes stellten die Läufer ihren Stil um: Ferse auf Vorfuß und umgekehrt. Auch dann wurde gemessen. Die Ergebnisse

Die Studie kommt zu dem Schluss:

There appears to be no clear overall mechanical advantage of a habitual FFS or RFS.

Heißt also, dass sie keinen direkten Vorteil zwischen den Stilen feststellen kann, wenn die Läufer an diesen gewöhnt sind. Anders wird es, beim Umstellen: Hier können durch das Verlagern der gewohnten Kräfte Verletzungen auftreten.

Fazit

Alles in allem sollte man also Laufstile nicht dogmatisch sehen. Auch ein Fersenlauf kann geeignet sein. Bei einigen vollzieht sich automatisch eine Änderung durch höheres Tempo, aber eben nicht bei allen. Wenn man umstellen möchte, sollte das klare Gründe haben – so kann es eben sein, dass dadurch bestimmte Gelenke entlastet werden, wobei aber eben andere mehr belastet werden. Die Umstellungsphase ist auf jeden Fall ein schwieriger Bereich, in dem Verletzungen auftreten können.

Quellen:
Breine, Bastiaan, et al. „Relationship between Running Speed and Initial Foot Contact Patterns.“ Medicine and science in sports and exercise (2014).
Stearne, Sarah M., et al. „Joint Kinetics in Rearfoot versus Forefoot Running: Implications of Switching Technique.“ Medicine and science in sports and exercise (2014).

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