Schlagwörter: training : schwimmen : wettkampf : kraulen : freiwasser :
Triathlon-Schwimmtraining in der Wettkampfsaison.
Drei, vier, fünf und mehr Kurztriathlons in einem Sommer - für unsere Leser keine Seltenheit. Doch wie trainiert der Athlet das Schwimmen zwischen den Wettkämpfen? Hier die Antwort.
- Von Vera Honoschenko
- am July 18, 2008
- 1 Kommentar
Auch beim Schwimmen gilt: Nur schnelleres Schwimmen im Training führt zu schnellerem Schwimmen im Wettkampf! Den Hauptteil der Arbeit sollten Sie jedoch bereits in den vergangenen circa 3 bis 6 Monaten absolviert haben. Ziel in der Wettkampfsaison ist es, das aufgebaute, gute Leistungslevel zu erhalten und möglichst bis zum persönlichen Saisonhöhepunkt noch zu steigern.
Das Schwimmtraining in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitungsperiode und während der Wettkampfperiode besteht in erster Linie aus
- Freiwasserschwimmen mit und ohne Neopren
- Techniktraining
Es wäre prima, wenn Sie zwei Trainingseinheiten in der Woche unterbringen würden. Eine Einheit Freiwasserschwimmen mit oder ohne Neopren. Plus eine Einheit Techniktraining in der Halle.
Freiwasserschwimmen
Mit Neopren: Mindestens einmal pro Woche ist eine Trainingseinheit im Freiwasser angesagt. Versuchen Sie sich an das Schwimmen im Neopren zu gewöhnen, als wäre es Ihre zweite Haut. Lernen Sie sich darin wohl zu fühlen und Ihre erlernte saubere Schwimmtechnik erfolgreich anzuwenden.
Ohne Neopren: Bedenken Sie, dass auch in unseren Breitengraden (Deutschland) die Wassertemperaturen im Sommer auf über 22°C ansteigen können und dass daraus ein Neoprenverbot resultiert. Trainieren Sie aus diesem Grund auch das Schwimmen im See bzw. offenen Gewässer ohne Neopren.
Distanz: Beim Freiwasserschwimmen mit oder ohne Neopren sollten längere Strecken im Wettkampftempo absolviert werden. Die Länge der Strecke ist abhängig von Ihrerer Wettkampfstrecke. Für einen Jedermanntriathlon sollten Sie mehrfach Strecken von mindestens 200m zurücklegen. Für eine Kurzdistanz oder Olympische Distanz Strecken von mindestens 400m am Stück im Wettkampftempo. Bauen Sie die Streckenlänge stückweise aus. Die Gesamtdistanz muss Ihre Wettkampfstrecke nicht mehr übersteigen
Tempo – Intensität: Die Strecken sollten in Wettkampftempo absolviert werden. Das heißt, schneller als GA1, bzw. im Bereich oberer GA1, Übergang GA1/GA2 bis mittlerer GA2. Sie sollten die Belastung spüren, aber in der Lage sein das Tempo über Ihre komplette Distanz zu halten. Das Tempo auf einer Teilstrecke soll eine Idee höher sein als das auf der Gesamtstrecke.
Pausengestaltung: Schwimmen Sie Teilstrecken in etwas höherem Tempo, genehmigen Sie sich am Ende eine lohnende Pause. Das heißt, Sie warten so lange bis sich Ihre Atmung und der Puls so weit beruhigt haben, bis Sie sich erneut eine gleichlange Teilstrecke im gleichen Tempo zutrauen. Ihr Puls und Ihre Atmung sollten dabei nicht wieder auf Ihre Werte im Sitzen und Stehen abgesunken sein! Durchschnittlich gilt ein Wert von ca. 60-65% HFmax.
Problembewältigung: Arbeiten Sie an Ihren Schwächen! Beispiele: Wenn Sie Probleme beim Orientieren haben, konzentrieren Sie sich darauf. Stellen Sie fest, dass Sie einen Drall zu einer Seite haben, suchen Sie die Ursache und beseitigen Sie sie. Besteht Ihre individuelle Herausforderung darin, die maximale Streckung zu meistern, legen Sie Ihren Schwerpunkt auf diese Schlüsselfähigkeit. Bereitet Ihnen die Atmung auf Ihrer „Vanilleseite“ die größten Schwierigkeiten, arbeiten Sie daran.
Geschwindigkeitsvariationen: Tempovariationen bringen Abwechslung in längere Trainingseinheiten im See. Machen Sie ein Fahrtspiel, wie beim Lauf. Bauen Sie kurze Antritte ein (ca. 10 bis 12 Armzüge). Machen Sie Steigerungen (von Rekom bis Sprint auf 25 bis 50m).
Die Technikeinheit in der Halle
Einmal pro Woche wäre eine Technikeinheit wünschenswert um den Standard Ihrer Schwimmtechnik über die Wettkampfsaison hochzuhalten. Arbeiten Sie auch in dieser Einheit bevorzugt an Ihren Schwächen! Suchen Sie sich technische Übungen, die Ihnen wenig liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Ihnen dabei helfen Ihre persönlichen schwimmtechnischen Herausforderungen zu meistern, ist groß. Setzen Sie die technischen Übungen an den Anfang Ihres Hauptteils Ihrer Schwimmeinheit, da Sie ausgeruht dafür sein sollten und Ihre volle Konzentration benötigen. Auch für diese Einheit gilt:
Distanz: Die Gesamtdistanz muss Ihre Wettkampfdistanz nicht mehr übersteigen.
Tempo – Intensität: Die Intensität des Hauptteils sollte mittel bis hoch sein (GA1/2 bis mittlerer/oberer GA2). Sie sollten die Belastung deutlich spüren, aber diese über die Gesamtzeit und –strecke der Trainingseinheit durchhalten können.
Pausengestaltung: Im Prinzip wie beim Freiwasserschwimmen. Nach den maximalen Antritten sollten Sie z.B. den Rest eines 100m-Intervalls als aktive Pause locker schwimmen, bevor Sie das nächste Intervall anschließen.
Geschwindigkeitsvariationen: Bauen Sie kurze maximale Antritte (maximal 7 Sekunden länge) ein. Auch längere submaximale Intervalle und Wiederholungen helfen Ihnen Ihr Tempo zu verbessern. Desgleichen Steigerungen oder degressive Intervalle oder Wiederholungen oder Fahrtspiel.
Fazit: Die Trainingseinheiten draußen und drinnen sollten kurz und hart sein. Arbeiten Sie bevorzugt an Ihren Schwächen, denn Ihre Stärken sorgen für sich selbst.
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
- Schwimmen Technik: So schwimmen Sie im See geradeaus
- Schwimmen Technik: So orientieren Sie sich im See
- Schwimmen Technik: Richtig Kraulen im Neoprenanzug
Schwimmer90 schrieb am August 11, 2009
Freiwasserschwimmen - 3.Absatz - Letzter Satz:
"Die Gesamtdistanz muss Ihre Wettkampfstrecke nicht mehr übersteigen."
Da gibt es verschiedene Taktiken.
Bei kurzen Distanzen kann es auch sinnvoll sein 500m mehr anzuhängen, was im Wettkampf den Vorteil darstellt das man Reserven für einen Schluss-Sprint hat.
Da kann ich nur aus dem Wettkampf-Schwimmen erzählen wo es eine gute Taktik ist sich für einen 200m-Wettkampf mit 250-300m-Strecken im Training vorzubereiten.
Ob das auf die Triathlon-Distanz auch sinnvoll ist, darüber kann man sich wohl streiten. Aber es kann nicht schlecht sein sich auf 3,8km Schwimmen mit 4km Trainingseinheiten vorzubereiten oder?
Schwimmt ihr nur kurze, intensive Strecken oder auch mal die Distanz?
Hoffe auf Antworten, das ist ein interessantes Thema