Wir Triathleten können noch einiges von reinrassigen Rennradfahrern lernen. Zum Beispiel die liebevolle Pflege des Velos ... Heute erklärt uns einer, wie Sie die Kette am Rad perfekt in Schuss halten und sauber machen.
Warum sich überhaupt die Mühe machen und die Kette des Rennrads sauber halten? Ist das nicht zu viel Material-Fetischismus? - Nein! Denn bei der Kette handelt es sich um ein zentrales Antriebselement. Sie in Schuss zu halten garantiert besten Vortrieb auf der Straße, sie zu warten verlängert ihr Leben und verhindert den Verschleiß andere Teile, wie etwa der Ritzel.
Ihre Rennrad-Kette sollten Sie in etwa alle 300 Kilometer prüfen und putzen. Das Ganze dauert nicht länger als 10 Minuten.
Wie Sie dabei vorgehen, erklärt Christian Vorbuchner vom Rad Club Ritzlfuchser Simbach - Marktl e.V.
Das benötigen Sie zum Kette putzen
Ersteinmal das Material bereit legen: Sie benötigen Sprühöl - zum Beispiel WD40 -, zwei saugfähige Lappen und Kettenschmierstoff, zum Beispiel Kettenwachs.
Zudem sollten Sie vor dem Reinigen die Kette stets noch mit einer Messlehre prüfen. Wie das geht, erfahren Sie in einem Extra-Tipp.
Die benötigten Materialien gibt es übrigens auch bei Amazon:
Rennrad richtig aufstellen
Das Velo sollten Sie so positionieren, dass es weder umfällt, noch wegrollt. Die "kopfüber"-Position eignet sich dazu nur bedingt. Richtig sicher steht das Rad so nicht. Diese Position sollten sie dem Rad also nur zumuten, wenn es nicht anders geht.
Beste Lösung wäre ein Montageständer, zum Beispiel der Boss S 1200 Fahrrad-Montageständer NEU OVP. Er fixiert die Maschine nicht nur, sondern hebt sie gleichzeitig noch auf Augenhöhe - so müssen Sie sich nicht bücken. Zudem können Sie die Pedale und die Laufräder frei bewegen. Alternativ hängen Sie das Rad mit dem Sattel unter einer Stange ein - so wie es oft in der Wechselzone gemacht wird.
Kette reinigen
Jetzt geht's los: Nehmen Sie einen Lappen, tränken Sie ihn ein wenig mit dem Sprühöl und reiben Sie die Glieder damit ein. Wiederholen Sie das einige Male über die ganze Länge der Kette. Benutzen Sie dabei keine Lösemittel, so dass der alte Schmierstoff erhalten bleibt.
Danach greifen Sie sich den trockenen Lappen und lassen die Kette durchlaufen. Wechseln sie die Stelle im Tuch ein paar Mal. Wenn die Kette keine schwarzen Spuren mehr hinterlässt, warten Sie ein wenig. So geben Sie dem restlichen Öl die Zeit aus den Zwischenräumen zu sickern. Danach noch einmal abreiben.
Hintergrund-Info: Benutzen Sie keine Zahnbürste und keine Kettenreinigungs-Bürste - die drücken den Schmutz nur weiter in die Kettenröllchen. Die Lebensdauer der Kette verlängert sich dadurch.
Kette schmieren
Kein Dreck mehr im Lappen zu sehen? Prima. Dann können Sie die Kette jetzt mit frischer Schmiere versehen. Kleiner Tipp: Markieren Sie mit einem wasserfesten Stift ein Kettenröllchen, damit Sie wissen, wann Sie die Kette komplett eingeschmiert haben.
Geben Sie auf jedes Kettenröllchen einen Tropfen des Mittels - nicht mehr, sonst überschmieren Sie sie. Wenn Sie Öl verwenden, tropfen sie das von der Innenseite her auf. Die meisten Öle werden erst unter Druck flüssiger. Wenn es auf der Innenseite hängt, schmiert es Kettenblätter und Kassette gleich zu Beginn mit.
Wachs tragen Sie dagegen von außen auf. Grund: Das Lösenmittel des Wachses verdunstet nur langsam, es wandert von selbst nach innen, wo es wieder Kettenblätter und Ritzelkassette mitschmiert.
Noch ein Tipp: Verwenden Sie das Sprühöl nicht zum Schmieren, sondern nur zum Reinigen. Das Sprühöl verteilt sich nämlich auf der ganzen Kette und zieht so mehr Schmutz an. Besser ist es aber, wenn die Kettenaußenseite trocken bleibt.
Viel Spaß beim Ketten-Putzen!
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