Schlagwörter: wettkampf : schwimmen : kraulen :
Schwimmen im Wettkampf - darauf müssen Sie achten
- Von Vera Honoschenko
- am June 30, 2008
- Kommentar schreiben
"First out of the water" ist ein schöner Titel, aber bedenken Sie, dass Sie mit einem Sieg beim Schwimmen noch nicht den Wettkampf gewonnen haben. Das Schwimmen ist nur die Auftaktdisziplin. Für die meisten Triathleten "das Morgengrauen". Hier noch einige Tipps rund m das Schwimmen im Wettkampf.
Für einen großen Teil der Triathleten geht es in erster Linie darum, wenig Kraft und Zeit zu verschwenden und möglichst entspannt aus dem Wasser zu kommen.
Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie die Ruhe bewahren.
Vor dem Start
Falls vorgesehen, gehen Sie rechtzeitig zur Beschriftung von Oberarm und Bein. Ziehen Sie sich Badeschlappen für den Weg zum Start an. Denken Sie daran, den Zeitnahmechip ordentlich zu befestigen. Nehmen Sie sich etwas zu trinken an den Schwimmstart mit und eventuell ein Gelpäckchen. Wenn Sie Ihren privaten Helfer mit dabei haben, können Sie ihm die Sachen später anvertrauen. Ansonsten entsprechend – nicht in die Botanik! – entsorgen oder in einem Plastikbeutel abstellen, wo sie ihn wiederfinden.
Machen Sie sich rechtzeitig vor dem Wettkampf mit der Schwimmstrecke vertraut und suchen Sie sich gut sichtbare Landmarken an welchen Sie sich zusätzlich zu den Bojen orientieren können.
Orientierung im Radpark der Wechselzone: Sehen Sie sich den Einstieg ins und Ausstieg aus dem Wasser gut an. Prägen Sie sich den Weg vom Ausstieg in die Wechselzone und - im voll belegten Radpark – zu Ihrem Rad ein. Auch da können Landmarken eine zusätzliche Orientierungshilfe bieten.
Neoprenanzug anziehen: Wenn Sie mit Neopren schwimmen, ziehen Sie sich diesen an und achten Sie auf komfortablen Sitz und entsprechende Bewegungsfreiheit. Achten Sie darauf die Reißleine sorgfältig und sicher unter dem Klettverschluss an Ihrem Kragen zu verstauen, damit Ihnen niemand während des Schwimmens den Anzug versehentlich aufziehen kann.
Essen und Trinken unmittelbar vor dem Start: Trinken sie circa 15 Minuten vor dem Start ein leicht kohlenhydrathaltiges Getränk (ca. 200-300ml) oder wer es vom Magen her verträgt, darf ein Gel mit ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
Bademützenordnung: Sie sind dazu verpflichtet die Badekappe des Veranstalters zu tragen. Falls Ihnen diese unangenehm ist, ziehen Sie Ihre eigene Bademütze darunter. Denken Sie vor allem bei Sonnenwetter an die dunkel getönte Schwimmbrille. Ziehen Sie die Befestigungsbänder der Schwimmbrille unter die erste oder zweite Badekappe. Damit kann sie Ihnen weniger leicht herabgerissen werden.
Aufwärmen: Wärmen Sie sich vor dem Start gymnastisch auf (5-10 Minuten – je nach Außentemperatur) und schwimmen Sie sich ein (5-10 Minuten – je nach Wassertemperatur). Bauen Sie ein paar kurze Antritte ein (max. 7 sek).
Beim Start: Finden Sie sich rechtzeitig am Schwimmstart ein und ordnen Sie sich entsprechend Ihrer Leistungsstärke in die Startposition ein.
Persönliche Zeitnahme: Wer seine Splitzeiten selbst nehmen will, sollte daran denken das Startknöpfchen an seiner Uhr mit dem Startschuss zu drücken und sich gleichzeitig ins Wasser stürzen.
Schwimmstart: Je nach Startform schwimmen Sie nun los (Wasserstart) oder springen Sie ins Wasser (Start von einer Plattform) oder laufen Sie ins Wasser bis auf Schwimmtiefe und schwimmen dann los.
Je nach Veranlagung stürzen Sie sich ins Getümmel und versuchen an einer Gruppe dranzubleiben oder Sie lassen erst einmal die Ehrgeizigen abstarten und suchen sich ruhigeres Wasser. In beiden Fällen sollten erst einmal etwas "Gas geben" – für ca. 100m bis 400m – und dann Ihren Rhythmus finden.
Während des Schwimmens
Machen wir uns nichts vor: Egal, was Sie im Training eingeübt haben – wenn Sie es nicht bis zum Automatismus perfektioniert haben, werden Sie im Wettkampf nicht darauf zurückgreifen können.
Wettkampf ist eine Art Ausnahmesituation: Stress pur. In so einem Fall werden Sie auf die Bewegungsmuster zurückgreifen, die Ihnen vertraut sind. Und das ist eben nicht die 3er-, 4er-, 5er- etc. Atmung, sondern in den meisten Fällen: Die Zweieratmung auf der "Schokoladenseite".
Orientierung im Wasser: Machen Sie alle drei bis maximal fünf Atemzüge einen Orientierungszug oder Wasserballkraulzug. Atmen Sie zu beiden Seiten. Es muss kein Dreier- oder Fünferzug sein. Sie können auch eine Zweieratmung zur anderen Seite machen. Sie werden merken, wie nützlich die Eigenschaft ist nach beiden Seiten atmen zu können, wenn Sie feststellen, dass sich die Bojen auf Ihrer "schwachen" Seite befinden oder die Sonne auf Ihrer "Schokoladenseite" steht.
Die Orientierung an anderen Schwimmern ist eine zweischneidige Sache: Einerseits erspart es Ihnen, dass eigene Orientieren. Anderseits: Auch die anderen Schwimmer können sich verschwimmen... und das passiert häufiger, als Sie sich vorstellen können.
Wasserschattenschwimmen: Suchen Sie sich einen Konkurrenten, der eine Idee schneller schwimmt als Sie selbst und versuchen Sie in seinem Wasserschatten zu schwimmen – aber ohne dessen Füße zu berühren! Auch wenn Sie auf Hüfthöhe neben ihm schwimmen, werden Sie bereits einen gewissen Sog spüren, von dem Sie kraftsparend profitieren können.
Wenden an den Bojen: Bei den Bojen müssen Sie sich nicht in die Waschmaschine in deren unmittelbarer Nähe stürzen. Schwimmen Sie einen etwas größeren Bogen – es reichen zwei Meter Abstand – und Sie werden die Boje ohne Rhythmusunterbrechung oder Tritte umrunden können.
Taktik: Nachdem Sie Ihren Rhythmus gefunden haben, versuchen Sie die zweite Hälfte des Rennens einen Tick schneller zu schwimmen als den ersten Teil. Achten Sie darauf kein zu hohes Tempo anzuschlagen. Das Schwimmen ist die Auftaktdisziplin und Sie benötigen noch Ihre Kraft für das Radfahren und das Laufen.
Wenn Sie von einem Athleten unfair während des Schwimmens behandelt werden (z.B. festhalten, tauchen, drüberschwimmen, Tritte, Knüffe etc., vergeuden Sie keine Energie auf Ärger, Rachegedanken etc. Bleiben Sie so ruhig wie möglich und behalten Sie Ihren Rhythmus.
Beim Ausstieg
Schwimmen Sie so weit an den Ausstieg heran wie möglich. Wenn Sie sie beherrschen, benutzen Sie ab hüfthohem Wasser Delfinsprünge um schneller vorwärts zu kommen. Andernfalls schwimmen Sie so weit bis Sie mit den Händen den Boden berühren können, stehen auf und laufen aus dem Wasser. Ist der Ausstieg steil und stehen Helfer bereit, nehmen Sie deren Hilfe an.
Auf dem Weg in die Wechselzone:
Vermutlich wird Ihnen auf den ersten 50m etwas schwindlig sein. Kämpfen Sie dagegen an, während Sie zügig in Richtung Wechselzone laufen. Dabei ziehen Sie mit der Reißleine Ihren Neoprenanzug auf, wursteln sich aus den Armen und rollen ihn bis auf Hüfthöhe herunter. Auch die Schwimmmütze und die Schwimmbrille dürfen Sie während des Laufes in die Wechselzone abnehmen.
Wenn Sie sich den Standort Ihres Rennrades gründlich eingeprägt hatten, dann sollte es für Sie jetzt ein Kinderspiel sein sich auf direktem Weg dorthin zu begeben.
Der Wechsel zum Rad:
Werfen Sie Bademütze und Schwimmbrille in Ihre Kiste und ziehen Sie Ihren Neoprenanzug aus. Da müssen Sie die beste Technik selbst finden, aber verfallen Sie nicht in Hektik. Der Neo wandert ebenfalls in die Kiste. Wenn Sie einen Triathlonein- oder Zweiteiler unter dem Neopren getragen haben, brauchen Sie nur noch die Startnummer anzuziehen und auf den Rücken zu drehen, den Radhelm aufsetzen und schließen. Falls Ihre Radschuhe sich bereits am Rad befinden, ist der Rest optional (Radbrille, Radhandschuhe, Socken etc.) andernfalls sollten Sie noch Ihre Radschuhe anziehen, Ihr Rad packen und zügig aus der Wechselzone laufen. Bitte denken Sie daran, erst an der Markierung nach der Wechselzone aufzusitzen!
Viel Erfolg.
- Weitersagen:
-
twittern
Artikel mit ähnlichen Schlüsselwörtern:
- Schwimmen Technik: So orientieren Sie sich im See
- Kraulen Trainingsplan: Schwimmen für den olympischen Triathlon
- Kraulen Trainingsplan: Schwimmen für den Volks-Triathlon