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Ameo Powerbreather im Test: Schnorcheln wie die Profis

Er verspricht einen kraftvollen Armzug und Atemfreiheit im Wasser zugleich: der Ameo Powerbreather. Doch was kann der Front-Schnorchel wirklich? Wir haben ihn mit dem Münchner Freizeit-Schwimmer Pirmin Schäfer getestet. Hier sein Bericht.

Der Ameo Powerbreather (Foto: Powerbreather)

Als Schwimmer der alten Schule konnte ich mich nie so richtig mit dem Schnorchel anfreunden. Zu oft gab es diese Situation, als mir in einem kräftigen Atemzug aufgrund des Wellengangs im Freiwasser keine Frischluft, sondern ein kräftiger Schluck See- oder – noch schlimmer – salziges Meerwasser in die Lungen spülte.

Doch dann konnte ich, den Powerbreather der Firma Ameo einmal testen. Geschäftsführer Jan von Hofacker brachte ihn mir persönlich vorbei, nicht ohne ein paar erklärende Worte und Tipps für den ersten Gebrauch und das Training loszuwerden.

Doch wozu ist das Gerät eigentlich genau gut? Der Imagefilm gibt Auskunft:

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Selbsterfahrung im Strömungskanal der Isar

Da Spitzensportler wie Freiwassermaschine Thomas Lurz, 50-Meter-Schmetterling-Weltrekordhalter Steffen Deibler sowie die lebende Triathlon-Legende – und mein persönliches Idol – Jan Frodeno für den Powerbreather werben, gab es für mich drei Gründe mehr, ebenfalls einen Versuch zu wagen und den Schnorchel im Training einzusetzen.

Ausprobiert habe ich das Gerät zunächst im Münchner Naturfreibad Maria Einsiedel. In den dortigen Schwimmbecken wird biologisch aufbereitetes und erwärmtes Flusswasser der Isar verwendet. In umittelbarer Nähe des Bads gibt es einen Seitenkanal der Isar, die sogenannte Floßlände. Der Kanal ist zwar nicht beheizt ist, eignet sich jedoch ideal als Strömungskanal, gegen den man als geübter Schwimmer anschwimmen kann.

Was grundsätzlich beim Schwimmen – neben der Erfahrung – gilt, ist das Wassergefühl für die Strömung und das Körpergefühl für die Bewegung. Dementsprechend ist das Gefühl für das Trainingsgerät entscheidend: Je eher dieses einsetzt, desto schneller fühlt man sich mit dem Profi-Schnorchel von Lurz, Deibler und Frodeno wohl.

Zur Eingewöhnung empfiehlt es sich, den Power Breather in hüft- bis brusthohem (strömungsfreien) Wasser auszuprobieren. Nach dem Anlegen und Justieren des Schnorchels am (Hinter-)Kopf sollte man zunächst einige Atemzüge an der Luft machen, um sich an das (Ein-)Atmen durch den Mund und den Widerstand der eingebauten Membran zu gewöhnen. Danach habe ich den Kopf ins Wasser geneigt und ruhig weitergeatmet. Anschließend habe ich – immer noch im Wasser stehend – einige leichte Armzüge auf der Stelle gemacht, um die Bewegungsfreiheit und den Weg des Arms am Kopf und Schnorchel vorbei auszuloten.

Freies Atmen wie an der frischen Luft

Der Ameo Powerbreather (Foto: Powerbreather)
Der Ameo Powerbreather macht’s möglich. (Foto: Powerbreather)

Im ersten Moment fiel mir der ungewohnte Widerstand der eingebauten Membran stark auf. Man muss aktiver atmen, als man es etwa beim Laufen oder Radfahren durch den Mund unter normalen Trainingsbedingungen gewöhnt ist, um den gefühlten Druck zu überwinden. Andererseits war ich von der „Atemfreiheit“, wie ich es nennen will, sofort begeistert: Es fühlte sich für mich so an, als ob ich unter Wasser wie an der Luft weiteratmen kann.

Diese Beobachtung bestätigte sich mit den ersten Bahnen, die ich gemächlich, aber bewusst hinsichtlich der Armbewegung und des Atemvorgangs zog. Nach den ersten hundert Metern kamen kräftigere Abstöße von der Wand und damit verbundene kurze Unterwasser-Phasen dazu. Bei der erhöhten Geschwindigkeit nach dem Abstoßen übt das Mundstück, das man individuell einstellen kann und das grundsätzlich gut sitzt, einen spürbaren Wasserdruck auf die Lippen aus, der beim herkömmlichen Schnorcheln oder beim Schwimmen ohne Schnorchel so nicht auftritt.

Äußerst positiv ist dagegen der Umstand, dass die Unterwasser-Phase beim Gleiten keinen Einfluss auf die Luftkanäle des Powerbreathers hat. Vielmehr reicht es aus, nach dem Durchbrechen der Wasseroberfläche kurz und kräftig Luft durch den Mund auszustoßen, um das wenige Wasser im Gerät nach unten durch das Mundstück auszuleiten. Beim nächsten Atemzug wird man sofort wieder mit Frischluft aus dem Röhrensystem versorgt. Das funktioniert – wegen der nach hinten geneigten Luftkappen an den beiden Schnorchelenden und der integrierten Membran – sogar unabhängig vom Wellengang, so dass man selbst im Freiwasser kontinuierlich mit Frischluft versorgt wird.

Rollwende mit Schnorchel erfordert Übung

Selbst Rollwenden sind mit dem Schnorchel mit etwas Übung für erfahrende Schwimmer machbar. Die Besonderheit ist allerdings, dass der Powerbreather für die Dauer der Rolle kopfüber unter Wasser ist und dadurch mehr Wasser eindringen kann: Die Membran hält den Wasserdruck von oben ab, nach unten muss sie jedoch – zumindest überwiegend – durchlässig für das Ausatmen und Herausdrücken von Restwasser sein. Deshalb ist es notwendig, etwas mehr Luft bei der Rollwende aufzusparen und dafür kräftiger und mehrmals (etwa zwei- bis dreimal) auszuatmen, um die Gefahr des Wasserschluckens zu vermeiden. Das wird bei den ersten Versuchen einer Rollwende mit Powerbreather früher oder später passieren und recht unangenehm sein, sofern man das Einatmen per Kopfdrehung zur Seite gewöhnt ist. Doch Übung macht bekanntlich den Meister.

Was mir beim längeren Schwimmen besonders gefallen hat, ist die dauerhafte Sicht unter Wasser: Mir ging es so, dass ich den Kopf viel bewusster gehoben, gedreht und gesenkt habe. Dies wirkt sich in Verbindung mit dem sauberen Einsatz von Armen und Oberkörper positiv auf die Schwimmlage und damit letztendlich auf einen schönen Schwimmstil sowie die Geschwindigkeit im Wasser aus.

Für das Techniktraining sowie für Atemübungen ist der Ameo Powerbreather bestens geeignet.