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Die Prinzipien des Unterwasser Armzugs beim Kraulen
Der Unterwasser-Armzug trennt beim Kraulschwimmen die Spreu vom Weizen - einige haben auf den ersten Blick eine ganz passable Technik, kommen aber dennoch nicht recht vom Fleck. Was läuft schief?
- Von Stefan Plate
- am December 29, 2006
- 13 Kommentare
Auf ersten Blick sieht der Armzug rund aus, Wasserlage ist schön flach, Körper ist ordnungsgemäß gestreckt. Was fehlt noch? Klar, der Unterwasser-Armzug, der von vielen Schwimmern sträflich außer Acht gelassen wird - er ist ja auch nur schwer einsehbar. Die Wahrheit bringt ans Tageslicht oftmals nur eine Unterwasser-Videoanalyse oder ein technik-kundiger Schwimmfreund, der mal mit der Schwimmbrille unter Wasser zuguckt.
Wenn man sich vor Augen hält, dass der Unterwasser-Armzug der Antriebsmotor des Kraulschwimmers ist, wird schnell klar, welche große Bedeutung ihm zukommt. Dabei ist er sehr gut trainierbar, wenn man ein paar grundlegende Prinzipien beachtet. Die meisten Fehler werden im ersten Drittel des Armzugs gemacht, in der man aufgrund der Strecklage den geringsten Wasserwiderstand hat und deswegen sehr gut beschleunigen kann.
Grundsätzlich ist das Ziel des ökonomischen Langstrecken-Kraulens möglichst wenige Armzüge zu brauchen und ferner Muskelgruppen, die in bestimmten Phasen des Kraulzugs nicht zwingend benötigt werden, locker zu lassen und dadurch Kraft zu sparen. Jeder mehr benötigte Armzug bedeutet einmal mehr gegen die Schwerkraft den Arm über Wasser nach vorne zu hieven, was extra Kraft kostet.
Die fünf Prinzipien auf einen Blick
1. Kurze Arm-Ruhephase vor dem Start des Zugs
Ein sehr häufiger Fehler ist, dass sofort nach Eintreffen des Arms vor dem Kopf der Zug gestartet wird. Wenn dagegen die beiden Arme so synchronisiert werden, dass der Zugarm erst in dem Moment startet, wenn der andere gerade am Kopf vorbei huscht oder in das Wasser einspitzelt, entsteht für den Zugarm eine kurze Ruhephase, in der er Kraft schöpfen kann (siehe auch Front Quadrant Technik)
2. Den Zug in völliger Arm-Strecklage und mit der Hand knapp unter der Wasseroberfläche starten
Damit man seine ganze Armspannweite nutzen und damit die Anzahl der Armzüge für eine bestimmte Strecke minimieren kann, ist es erforderlich, den Arm vor Beginn des Zugs ganz auszustrecken.
Folgende Visualisierung hilft:
Stellt euch vor, ihr streckt den Arm nach einen kaum erreichbaren Apfel, der auf einen hohen Ast am Baum hängt.
Ferner wird häufig der Arm in einem schrägen Winkel in das Wasser eingetaucht, so dass die Hand zu Beginn des Unterwasser-Armzugs 10 oder noch mehr Zentimeter unter Wasser abgetaucht ist. Das hat zur Folge, dass bei jedem Armzug 10cm Zuglänge verschenkt werden, was sich bei längeren Strecken bitter aufaddiert!
3. In der ersten Phase des Zugs nach hinten und nicht nach unten abdrücken
Dies ist das wichtigste Prinzip!! Vortrieb wird nur erzeugt, indem man Wasser nach hinten verdrängt und nicht nach unten!! Bei vielen Schwimmern entsteht wirklicher Vortrieb erst, wenn der Arm unter dem Körper ankommt – das ist viel zu spät!!! Wer nach unten drückt, zerstört ferner die Wasserlage, weil der Körper sich aufrichtet und die Beine absinken.
Aber wie soll man Vortrieb bewerkstelligen, wenn der Arm am Beginn des Zugs komplett durchgestreckt ist? Indem zuerst das Handgelenk nach unten klappt (Wasser fassen) und anschließend den Unterarm (hoher Ellenbogen unter Wasser). Das Abklappen des Ellenbogens funktioniert jedoch nur, wenn man den Ellenbogen nach oben gedreht wird.
Wem das zu theoretisch war, hier eine Bildfolge des Rekordhalters Ian Thorpe, die das Prinzip sehr anschaulich erklärt. Dazu mehr über den Info-Link am Ende des Textes.
4. Gerade d.h. mit möglichst geringer S-Kurve durchziehen
Entgegen der alten Schule beim Durchziehen keine S-Linie mit dem Arm beschreiben, sondern möglichst gerade dem Arm führen, da dadurch die maximale Kraft ins Wasser gebracht wird. Viele Krauler machen den Fehler, dass sie sehr nahe an der Brust vorbeistreifen. Das natürliche Einknicken des Arms kann eingeschränkt werden, indem man beim Durchziehen den Körper seitlich mehr kippt.
5. Den Arm am Ende des Zugs ganz durchdrücken
Die Hand muss am Oberschenkel und nicht an der Hüfte das Wasser verlassen. Um das zu verifizieren, könnt ihr die sogenannte Daumenprobe machen: Den Daumen beim verlassen der Hand aus dem Wasser abspreizen und prüfen, wo er am Körper entlangstreift
Noch ein Tipp zum Schluss:
Achtet mal darauf, ob ihr beim Unterwasser-Armzug Luftblasen mit unter Wasser zieht. Wenn ihr das tut, dann ist etwas faul: Dann habt ihr das Prinzip 1 verletzt, denn die kurze Ruhephase vor Beginn des Armzugs läßt alle Luftblasen von der Hand perlen.
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thomy schrieb am October 22, 2009
Hallo Zusammen!
Ich habe da auch noch einen sehr empfehlenswerten Link: http://www.svl.ch/index.html
Insbesondere findet ihr dort sehr gute "Anschauungs-Beispiele" und ausführliche Beschreibungen!
Viel Spass beim stöbern und Grüsse aus Basel
Thomy
stephan schrieb am November 9, 2009
Hey, Thomas,
Super, danke.
Viele Grüße
Stephan von den TriTipps
Thomas schrieb am October 9, 2009
Jungs, lernt von den besten. :) Eine ausführliche Schwimmanalyse von Michael Phelps. HAMMER!
http://www.youtube.com/watch?v=QcqPE53ZMEk
P.S. Super Webseite hier, Danke!
heinz schrieb am January 26, 2009
Hallo, bin gerade am Suchen wegen der richtigen Kraultechnik. Habe hier nützliche Tips gefunden ! VG, Heinz - www.halbironman.at
andy schrieb am October 28, 2008
Gibt es Drills, mit denen der richtige Unterwasserarmzugeingeübt werden kann?
stephan schrieb am September 3, 2008
Hallo,
Die Uhr hilft mir beim Zählen, indem ich die Zeit mit stoppe. Da ich weiß, dass ich etwa 1:50min im GA1 Modus pro 100 Meter brauche, dividiere ich die angezeigte Zeit immer grob durch 2 Minuten und weiß, wieviele Runden ich geschwommen bin. Wenn ich also über 18 Minuten habe, weiß ich, dass ich gleich einen Kilometer vollendet habe.
Hilft Dir das?
longint schrieb am August 3, 2008
Wie hilft die Uhr beim Rundenzählen, wie funktioniert das?
safar schrieb am June 30, 2007
erstens vielen dank,ich bin der meinung dass mit mehr bilder oder zeichnungen versteht man besser
vielen dank safar
stephan schrieb am March 20, 2007
Na, Dieter? Schon Erfahrungen zu berichten?
Dieter schrieb am September 2, 2007
Schwimmtipps
Hallo Stefan, danke für Deine Tipps, ich versuche sie gleich nächste Woche in die Tag umzusetzen!
Stephan schrieb am December 31, 2006
Uhren
Ersten mag ich schon gerne wissen, wie schnell ich bin (im Training), zweitens vergesse ich doch immer, in welcher Runde ich bin. Da hilft mir die Uhr :o)
Wechselzonen-Martin schrieb am December 30, 2006
Fette Uhren
So leicht erklärt, so schwer richtig gemacht...
Übrigens, verursacht so eine fette Polar- oder G-Shock-Uhr nicht selbst schon viel zu viel Wasserwiderstand? Wenn man damit so viel Luft unter Wasser zieht?
Will ich wissen wie schnell ich bin oder will ich schneller sein???
Stephan schrieb am December 29, 2006
Perlen unter Wasser
Hallo Stefan, Danke erstmal für den Beitrag. Ein Wort zum Perlen-Test, also den Luftblasen. Das funktioniert meiner Erfahrung nach nicht richtig, wenn man eine Uhr wie etwa von Polar beim Schwimmen anhat. Die zieht einige Luft mit runter, ob man will oder nicht. Wollte ich nur anmerken, bevor hier einige Schwimmer verzweifeln :o)