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Die passenden Laufräder für den Triathlon

Hochprofilfelge, Trispoke, Scheibenrad - neben normalen Speichenlaufrädern stehen dem Triathleten drei Sonderformen zur Verfügung. Doch was taugt wofür und welche Vor- und Nachteile haben sie? Hier die Antworten.


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Das stehen schon Geschosse in der Wechselzone: Zeitfahrräder vom Feinsten! Schön anzusehen! Und teuer!

Auffällig dabei: Es gibt stark unterschiedliche Laufradsätze in den Triathlon-Rädern. Scheiben, Hochprofilfelgen und dicke Drei- oder Vierspeicher. Doch abgesehen davon, dass die Dinger teuer sind...

...wozu eignet sich welcher Laufradtyp?

Was braucht der Triathlet wann? Und lohnt sich der Kauf überhaupt?

Worauf es ankommt bei Laufrädern

Ein gutes Laufrad sollte leicht sein. Denn je weniger Gewicht der Triathlet auf der Straße in Bewegung setzen muss, desto kräftesparender.

Doch das geringere Gewicht wird meist durch geringeren Material-Einsatz erkauft. Daher lautet die zweite Anforderung: Trotz der Leichtigkeit soll das Laufrad stabil sein.

Und drittens: Aerodynamik - das Laufrad soll wenig Luftwirbel erzeugen, denn das bremst die Fahrt.

Aus den Konsequenzen dieser drei Anforderungen haben sich drei unterschiedliche Laufradtypen für das Zeitfahren herauskristallisiert.

1. Scheibenrad oder Scheibenlaufrad

(Engl.: Disc Wheel)

Scheibenräder sind oft aus Carbon, kosten viel Geld, sind laut ("wusch, wusch, wusch"), ungünstig am Berg und fahren sich hart - bei einer Scheibe kann eben nicht viel Federn. Relativ günstige Scheibenräder sind außerdem recht schwer.

Dafür sind Scheibenlaufräder in Sachen Aerodynamik die klaren Sieger!

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass sie bei Wind von vorne und der Seite den geringsten Luftwiderstand aufweisen. Kommt der Wind gar seitlich von hinten, wirken sie wie ein Segel, das das Rad antreibt.

Klingt gut, wäre es nicht so: Bei Seitwinden sind die Scheiben zwar aerodynamisch gut, der erwähnte Segeleffekt hebt das Laufrad jedoch gleichzeitig an und macht das Fahrrad insgesamt instabiler.

Das ist auch der Grund, warum man nie eine Triathlonrad mit einer Scheibe vorne sieht.

Dort würde der Seitenwind das Lenken unmöglich machen. Die typische Lösung sieht man häufig: Scheibe hinten, Trispoke oder Hochprofilfelge vorne.

2. Composite Wheels, Trispokes, Fourspokes und Aerospokes

Die Tris- oder Fourspokes sind meist aus Carbon und quasi der Kompromiss zwischen Scheibenrad und klassischem Speichenlaufrad.

Bei direktem Wind von vorne zeigen sich fast keine Unterschiede zu den anderen beiden Laufradvarianten. Doch je mehr der Wind seitlich einfällt, desto höheren Luftwiderstand bieten sie. Dafür lassen sie sich leichter lenken, und da sie meist ganz aus Carbon bestehen, sind sie oft leichter.

Sie sind also ein guter Kompromiss für Hobby-Athleten, die weiterhin ein sicheres Handling des Rades haben möchten.

Man sieht Tri- oder Fourspokes oft als Vorderrad in Kombination mit dem Scheibenrad, oder als Lösung vorne und hinten.

3. Hochprofil-, Aero-, Tropfen- oder V-Felge

(Engl.: Deep Rim)

Eine Mischung aus Alu (Speichen) und meist Carbon (Felgen). Sie kommt dem normalen Speichenlaufrad am nächsten, lediglich die Felge des Rades ist höher gebaut. Die Ränderhöhen rangieren von 30 bis um die 80 Millimeter.

Was ist nun der Clou der hohen Felge?

Der Luftwiderstand am Rand der Felge wird durch das geschlossene Hochprofil deutlich verringert.

Denn gerade am Rand einer normalen Speichenfelge treten die stärksten Verwirbelungen der Luft auf. Die erzeugen wiederum ungünstige aerodynamische Werte. Positiver Nebeneffekt: Insgesamt braucht man durch das hohe Profil weniger Speichen - das ist ebenfalls gut für die Aerodynamik.

Der Nachteil: Je höher das Profil, desto schwerer das Rad und desto anfälliger für Seitenwind.

Bisher hat sich die Hochprofil-Felge in Form eines Vs vom Reifen zu den Speichen her verjüngt. Daher eben auch der alternative Name V-Felge.

Mittlerweile kommt man auch von der V-Form ab, hin zu einer ovalen Felgenform.

Denn diese ovale oder Tropfenform leitet den Luftstrom mit noch weniger Verwirbelungen um sich herum. (siehe dazu hier)

Die Hochprofilfelgen sieht man sowohl als Laufradsatz, als auch im Gespann mit einer Scheibe als Hinterrad.

Lohnen sich Aero-Laufräder für Einsteiger?

Auf jeden Fall haben die vorgestellten Varianten einen positiven Effekt beim Zeitfahren: Der Triathlet spart Kraft und ist schneller unterwegs.

Übrigens ist es eine Mär, dass nur schnelle Fahrer richtig von Aerolaufrädern profitieren.

Meist ist diese Aussage an Watt-Zahlen gemessen, und nicht am Zeitgewinn. Auf eine Langdistanz würde ein Einsteiger mehr Minuten gewinnen durch Aerolaufräder als ein Profi. Allerdings wieder abhängig vom Einfallwinkel des Windes. (Linktipp dazu: Max Renko über Aerolaufräder)

Klar kann man damit kein Training ersetzen. Wer schneller fahren will, muss halt mehr treten.

Aerolaufräder sind also das teure Sahnehäubchen, das das harte Training garniert.

Ob man das Geld nun dafür übrig hat, steht auf einem anderen Blatt ...

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